Doppelter Verlust

Doppelter Verlust

Das Mineralheilbad St. Margrethen soll Ende März 2013 geschlossen werden. Dabei verlieren 35 Angestellte ihre Arbeitsstelle, und die Gemeinde ein traditionsreiches Aushängeschild in Sachen Attraktivität, Standortvorteil und Anziehungskraft.

Die Zeiten und wirtschaftlichen Umfelder ändern und sind ständige Herausforderer. Der Zeitpunkt der Schliessung des Mineralheilbades ist nicht gerade optimal, zumal man in St. Margrethen auf den Europuls und weitere, wirtschaftlich interessante Unternehmen hofft. Verliert die Gemeinde mit dem Mineralheilbad nun einen solchen Magneten, könnte dies die eine oder andere Familie von einem Zuzug abhalten. Das Verhältnis von positiven und negativen Attributen in St. Margrethen gerät damit weiter in Schieflage.

Auf der Homepage von St. Margrethen findet man unter Standortförderung folgende Aussage: „Das heimische Gewerbe wie auch Interessenten für Neuansiedlungen sollen sich in der Gemeinde St. Margrethen wohl fühlen und die Gewissheit haben, dass sie von Seiten der Behörden unterstützt werden.“

Auch wenn es nicht ins Budget passt, aber die Gemeinde könnte nun zeigen, dass die proklamierte Standortförderung ernst gemeint ist. Auf nationaler Ebene wurde schon die UBS gerettet. Darum sollte es auch möglich sein, auf kommunaler Ebene helfend zu unterstützen. Wenn der Wille da ist, gibt es sicher die Möglichkeit, zum Beispiel mit einer Beteiligung, eines Überbrückungskredites, einer Bürgschaft oder sonstiger finanzieller Spritze, das Schliessen des Mineralheilbades zu verhindern. Jedoch nur, wenn die genaue Analyse der Ursachen entsprechende Ergebnisse liefert.

Bedenken müsste man auch, dass ein Teil der Angestellten wahrscheinlich aus St. Margrethen selber kommt, und im Falle einer Arbeitslosigkeit entsprechende Leistungen von der Gemeinde beziehen müsste. Und nebenbei erwähnt sei auch, dass die Arbeitslosenzahlen der Gemeinde dementsprechend  einen Ausschlag verzeichnen würden. Auch verliert die Gemeinde einen langjährigen Steuerzahler.

Falls die Schliessung unumgänglich wird, wünsche ich den Angestellten, dass sie rasch wieder eine gute Arbeitsstelle finden, und trotzdem ein ruhiges und zufriedenes Weihnachtsfest feiern können.

Marcel Toeltl

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