Genug ist genug

Der Kampf um Nein-Stimmen zur Initiative „Stopp der Überbevölkerung“, oder besser bekannt als „Ecopop“, wird an verschiedenen Fronten geführt. Dabei fällt einem auf, dass Gegner der Ecopop, wenn sie keine wirklichen Argumente mehr haben, sofort auf die Entwicklungshilfe ausweichen, welche auch Bestandteil dieser Initiative ist. Das vordergründige Problem der Überbevölkerung wird einfach ausgeblendet und absurdum geführt.

Aber, meine Damen und Herren, es geht um unsere Heimat. Die Entwicklungshilfe in anderen Ländern, für welche heute sowieso schon Milliarden verlocht werden, ist nicht Kern unseres Problems. Nur weil ein paar, teilweise von Ausländern gesteuerte Wirtschaftskreise und Wirtschaftsbosse aus eigenen Interessen gegen die Ecopop sind, dürfen wir nicht fahrlässig auch gegen die Ecopop sein.

Einer gegen alle. Das hat’s in der Schweizer Geschichte schon öfters gegeben. Die Geschichte zeigt auf, wozu wir Eidgenossen fähig sind. Doch genau dann, wenn es um wirtschaftliche Interessen geht, werden diese Qualitäten verleugnet und ausgeblendet.

Die ECOPOP-Initiative wird in jedem Fall Auswirkungen haben. Gefährliche Auswirkungen drohen auch dann, wenn die Initiative abgelehnt wird.

Von den Initiativ-Gegnern wird mit Sicherheit sofort argumentiert werden, dass die Schweizer gar keine Einschränkung der Einwanderung haben wollen. Und mit dieser Einstellung wird dann auch die Umsetzung der vom Volk angenommenen Masseneinwanderungsinitiative pulverisiert. Es wird Versuche geben, die abgelehnte ECOPOP als „Korrekturabstimmung“ zur Masseneinwanderungsinitiative darzustellen.

Die Personenfreizügigkeit, beziehungsweise deren Missbrauch durch die Wirtschaft/Arbeitgeber, hat u.a. folgende drei Probleme mit sich gebracht:

  1. Übermässige Zuwanderung und damit bekannte Folgeprobleme.
  2. Eine Anforderungs-Inflation bzw. „Diplomitis“ in der Jobsuche: wenn eine Stelle angeboten wird, bekommt der Arbeitgeber hunderte Bewerbungen. Um diesem Überangebot Herr zu werden, sind einfach die Anforderungen raufgeschraubt worden. Wo früher ein eidgenössischer Fachausweis ausreichte, wird heute plötzlich ein universitärer Abschluss verlangt.
  3. Wegen des grossen Personalangebotes werden „teure“ Schweizer ab 40 Jahren entlassen und mit günstigen Migranten (jung mit Uni-Abschluss) aus der EU ersetzt. Dadurch werden ältere Schweizer Stellensuchende auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert und sind gezwungen, massive Lohneinbussen inkaufzunehmen, nur, damit sie nicht arbeitslos bleiben.

Auch haben es Unternehmen klar versäumt mehr Lehrlinge auszubilden. Auszubildende sind ein Kostenfaktor. Gewinnoptimierung steht im Vordergrund.
Und jetzt sollen wir immer mehr Zuwanderung ertragen, damit Schweizer und Internationale Unternehmen kostengünstig zu importierten Arbeitskräften kommen? Und wo bezahlen diese international tätigen Unternehmen dann Steuern? Siehe Beispiel Ammann-Group. So geht das sicher nicht. Darum JA zur Ecopop.

Unser Land hat lang erarbeitete Standortvorteile. Ginge es um die angeblich wichtigen fehlenden Arbeitskräfte, hätten die Firmen schon längst in Niedriglohnländer gewechselt. Und jetzt wehren sich die Wirtschaftskreise gegen die Ecopop, weil die Strategie des billigen Imports von ausländischen Facharbeitern in Gefahr gerät. Hätten sie ihre Verantwortung wahrgenommen, und mehr Lehrlinge ausgebildet, wie auch Schweizer nicht durch billige zugewanderte Arbeitskräfte ersetzt, um Gewinne zu optimieren, müssten wir nicht über Ecopop abstimmen.

1992 wurde der Untergang der Schweiz bei einem EWR-Nein prophezeit, – doch die Schweiz existiert immer noch. Nach der Jahrtausendwende wurde den Arbeitnehmern die PFZ schmackhaft gemacht, mit der Option von mehr Lebensqualität und der Möglichkeit im EU-Raum arbeiten zu dürfen. Und jetzt bleiben alle hier und es kommen immer mehr und mehr EU-Arbeitskräfte in die CH. Wir wurden aus Wirtschaftskreisen brandschwarz angelogen.

Neben ökologischen und ethnischen Folgen hat die ungehinderte Zuwanderung auch massive finanzielle Nebenwirkungen, welche von uns Steuerzahler auch noch mitfinanziert werden müssen.

Ein reales Beispiel:

Unser Nachbarland Österreich hat 8.5 Mio. Einwohner, also etwas mehr als wir, und eine Bevölkerungsdichte von 101 Einwohner pro km2. Bei uns sind es 198 Einwohner pro km2. Also doppelt soviele.

In Österreich haben im Jahr 2013 19.4% mit Migrationshintergrund gelebt. In der Schweiz waren es Ende Juni 2014 24% ohne Schweizer Pass. Mit Migrationshintergrund wesentlich mehr.

Gestern konnte man den Medien entnehmen, dass Österreich 390’000 Arbeitslose hat, und bis im Februar mit 500’000 zu rechnen ist. Allein 47 Prozent der Arbeitslosen haben keine berufliche Ausbildung. Dies kommt vor allem von ihrem Migrationshindergrund.

Es gibt nun Forderungen für eine sektorale Schliessung des Arbeitsmarktes gegenüber ausländischen Arbeitskräften. Also genau das Gegenteil was unsere Wirtschaftslobby will.

Ende September 2014 hatten wir gemäss SECO 130’000 Arbeitslose. Davon waren auch 44.6% Ausländer. Es gibt 183’000 registrierte Stellensuchende. Man beachte die Feinheit: 130’000 Arbeitslose, aber 183’000 registrierte Stellensuchende. Und dann gibt’s ja noch die nicht Registrierten. Und wo landen diese? Genau, auf dem Sozialamt. Die Gemeinden werden es danken.

Also nochmals:

  • Der Fachkräftemangel ist bewusst hausgemacht.
  • Initiativgegner sind sich sogar ihren eigenen Parteiprogrammen untreu, da durch Annahme der Ecopop ihre Asylindustrie ins Wanken kommt.
  • Kommen mehr Menschen in unser Land, müssen mehr Nahrungsmittel und Güter importiert werden. Neben Umweltbelangen verträgt dies unsere Verkehrs-Infrastruktur nicht.
  • Reales Beispiel: In einem Zweierbüro können nicht 10 Personen arbeiten. Das gibt nämlich ganz ordentlich dicke Luft, Spannungen, Aggressionen und Verlierer.
  • Uneingeschränkte Zuwanderung tangiert sämtliche Bereiche eines Landes und der Bevölkerung negativ.

Die Initiativ-Gegner wollen nicht einsehen, dass ein Seil, dessen Reisskraft bei 100 kg liegt, nicht mit 500 kg belastet werden kann. Unsere nutzbare Infrastruktur ist nicht geschaffen für weitere Millionen von Menschen. – Die Linken und Grünen, wie auch der VCS, haben ihren Beitrag dazu geleistet und sind nun im Dilemma

Konzentrieren wir uns auf unser Leben und unsere Heimat, und lassen uns keine Angst machen von Wirtschaftskreisen, denen nur der eigene Gewinn wichtig ist. Den Lateralschaden, den sie verursachen, wollen wir nicht haben und schon gar nicht finanzieren.

Der EGMR hat mit seinem gestrigen Urteil, in Sachen Rückführung der Afganischen Familie nach Italien, einen weiteren Sarg-Nagel gegen die Schweiz eingeschlagen, – und gleichzeitig damit auch noch das Schengen-Dublin Abkommen pulverisiert. Das Abkommen war auch ein Schutz für uns.

Wenn wir Schweizer jetzt nicht definitiv eine Zuwanderungsgrenze ziehen, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis wir unsere Heimat verloren haben.

Darum ein überzeugtes Ja zur Ecopop.

Marcel Toeltl

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