Projektarbeit Migration

Heute bekam ich folgende Anfrage via E-Mail:

Guten Tag Herr Toeltl

Wir machen in der Schule eine Projektarbeit zum Thema Migration und deshalb wären wir froh, wenn sie die folgende Frage per Mail beantworten könnten.

Ist es ethisch korrekt, den Eritreern ein recht auf ein besseres Leben zu verweigern, dadurch dass der Staat grosszügig Asyl verweigert und die Grenzen dichter macht?

Vielen Dank für Ihre Antwort

Und hier meine Antwort dazu:

Ihre 4-teilige Frage kann nicht schnell mal mit Ja oder Nein beantwortet werden. So einfach geht das nicht, denn das Thema ist vielschichtig. Trotzdem beantworte ich Ihre Frage(n) gerne.

Jeder Mensch würde wohl gerne ein besseres Leben führen. Auch wenn alle Menschen in der gleichen Situation wären, und es allen gleich ginge, hätten viele das Gefühl ein besseres Leben führen zu wollen. Das ist in der Natur des Menschen.
Doch viele Menschen nehmen ihr Leben, ihren Möglichkeiten entsprechend, in die eigene Hand und verändern ihre Situation zum Besseren. Sie tragen aktiv dazu bei und bauen etwas auf.
Seit Jahren nun strömen junge Männer nach Europa, – dem Kontinent wo angeblich Milch und Honig fliessen. Diese jungen Männer lassen ihre Familien und Kinder zurück. Sie lassen sie im „Elend“ zurück, weil sie nicht wollen, oder es nicht auf die Reihe bringen, die Situation in ihrem Land zu verbessen. Das Elend in diesen Ländern ist und bleibt selbstgemacht.
Es stellt sich also die Frage was der Motivationsgrund ist, Familie und Kinder im Elend zu lassen, und nach Europa zu strömen. Die Motivation, etwas aufzubauen, kann es nicht sein. Denn dazu hätten sie die Möglichkeit in ihrem eigenen Land, – nutzen es aber nicht. Auch können sie von Europa aus ihre Familien und Kinder nicht schützen, geschweige denn auch ernähren. Wenn also z.B. Eritreer in unser Land kommen, haben sie dann wirklich ein besseres Leben? Dies im Wissen dass es der Familie und den Kindern in ihrem Heimatland weiterhin schlecht geht?

Ist es ethisch korrekt dass z.B. Eritreer eben ihre Familien und Kinder so im Stich lassen, nur weil sie ihre Situation in ihrer Heimat nicht verbessern wollen oder einfach nur Dienstverweigerer sind?
Und ist es ethisch korrekt, statt dankbar Hilfe von unseren Ländern anzunehmen und sich erkenntlich zu zeigen, ständig zu fordern und sich über unsere Gesetze und Gepflogenheiten hinweg zu setzen?

Sie fragen ob es ethisch korrekt ist, dass der Staat grosszügig Asyl verweigert. Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht was passiert, wenn der Staat grosszügig Asyl gewähren würde? Können Sie sich vorstellen welche Kosten damit verursacht werden, weil es in unserem Land kaum Arbeit für Wirtschaftsflüchtlinge gibt, für die sie qualifiziert wären?
Und ist es ethisch korrekt wenn der Staat den Flüchtlingen alles finanziert, angefangen von der Krankenkasse, der Wohnungsmiete, den Fahrstunden, dem Mobilabo, usw.? Viele Rentner bei uns bekommen gerade soviel Geld wie die Flüchtlinge. Nur dass sie damit Krankenkasse, Arztrechnungen, Miete, Steuern und vieles mehr berappen müssen. Also unter dem Strich weniger haben als Wirtschaftsflüchtlinge, welche ständig fordern und bekommen? Ist es ethisch korrekt wenn solche jungen Männer, welche in ihrer Heimat mehr nützen würden, hier auf Kosten unserer Bevölkerung lebt, und unser eigenes Volk dadurch schlechter gestellt wird?

Wir alle sind bereit echten Flüchtlingen zu helfen. Das ist unsere humanitäre Tradition. Aber es kann nicht anstehen dass ein Land seinen Wohlstand und seine Errungenschaften einfach so preisgibt und gefährdet. Ethisch ist das dem eigenen Volk nicht zuzumuten.

Auch kann sich ein Land, wie die Schweiz, humanitäre Hilfe nur leisten, wenn es dem Land und der Bevölkerung gut geht. Nur dann wird die humanitäre Tradition auch vom Volk getragen. Geht es dem Land aber immer schlechter, und leidet damit ein Grossteil der Bevölkerung, ist es mit der humanitären Hilfe bald zu Ende. Was dann bleibt sind ruinierte Sozialsysteme und viel Leid. Viel Leid in einem Land, welches mal als Vorzeigeland galt. Und ja, wenn die Nation am Boden ist, wandern die Wirtschaftsflüchtlinge einfach weiter.

Unter diesen Aspekten ist die Frage legitim. Darf ein Land wie die Schweiz ihre Grenzen für Wirtschaftsflüchtlinge dichter machen? Ich meine ja. Ethisch ist das Land primär dem eigenen Volk verpflichtet. Denn das Volk ist das Land, und das Land ist das Volk. Ein System kann nur solange funktionieren wie es im Lot ist. Ist die kritische Masse überschritten, ist ein System dem Untergang geweiht.

Freundliche Grüsse
Marcel Toeltl

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