Rücktritt von Gemeinderat Andreas Trösch

Gert Bruderer, vom Rheintaler, titulierte es so: „Zwei Jahre nach der Wahl der Knall“. Was dann weiter im Artikel folgte, lässt einem aufhorchen und die Sache etwas kritischer betrachten.

Was ist denn da geschehen? Da wird vom Aussenseiter im Gemeinderat, dem schwarzen Schaf, und einer „Person non grata“ gesprochen. Kurzum, einer unerwünschten Person. Er habe sich widerborstig im Amt aufgerieben, und böse Zungen sahen das Problem Trösch als Fremdkörper im Rat.

Das ist starker Stoff. Ja, man könnte sogar vermuten, dass es hier nur um reine Machtspiele ging. Was veranlasst einen Gemeinderat, der aus 3 FDP Mitgliedern und einem Gemeindepräsidenten, der ebenfalls mehr als FDP angehaucht ist, dazu, einen ursprünglich ebenalls der FDP angehörigen Ratskollegen derart auszugrenzen, ja, sogar schon fast zu mobben? Was stimmt da im Gemeinderat nicht?

Ich muss offen gestehen, ich kenne Andreas Trösch nicht persönlich. Aber das wird sich wahrscheinlich schon bald ergeben. Ich kann mir ganz gut vorstellen, dass da sehr vieles nicht im Lot war und ist. In einen Gemeinderat gehören unterschiedliche Meinungen. Gleichgeschaltete Gesinnungsträger, fast 4 FDP’ler von 7 Räten, tragen kaum sinnvoll zur Meinungsvielfalt bei. Da festigt sich ganz schnell die interessens- und parteiorientierte Stossrichtung, und jeder der anderer Meinung ist, wird gemieden, behindert und aufs Abstellgleis geschoben. Mobbing auf höherer Ebene eben.

Ganz speziell wird es dann, sollte die Einheitsgemeinde entstehen. Dann will doch der Gemeinderat, dass der Schulratspräsident, Roger Trösch, FDP, auch in den Gemeinderat kommt.

Läuten schon die Alarmglocken? Quasi 5 FDP’ler soll der 7-köpfige Gemeinderat bekommen. Glaubt da jemand ernsthaft, ein Schulrat, der durch einen FDP Schulratspräsidenten im gleichgeschalteten Gemeinderat vertreten wird, habe überhaupt eine Chance irgend etwas gegen seine Parteikollegen durchzubringen?

Nach mir geht es um eine Machtkonzentration in Reinkultur. Hat eine einzelne Partei, die FDP, die Mehrheit im Gemeinderat, und ist der Schulrat quasi neutralisiert, und gibt es nur noch eine Geschäftsprüfungskommission, gibt es keine Demokratie mehr in unserem Dorf. Egal was Bürger einbringen, der Gemeinderat kann tun und lassen was er will.

Und genau hier lag wahrscheinlich der Grund, weshalb man Andreas Trösch auf die Ersatzbank setzte und das Spiel ohne ihn machte. Denn welche Machthaber lassen schon gerne zu, dass man an ihrem Stuhl sägt, Missstände aufzeigt und dagegen vorgehen will? Andreas Trösch war anscheinend ein weitsichtiger, vorausschauender und lösungsorientierter Bürgervertreter, der am Machtgebilde jäh abgeprallt ist.

Nun, die nächsten Kommunalwahlen stehen schon bald vor der Türe. Es wäre ganz schwer zu hoffen, dass die Bürger von St. Margrethen dieses durchtriebene Spiel der Dorfkönige durchschauen und entsprechend die Weichen stellen. Alles andere wäre fahrlässig und egoistisch gedacht.

Marcel Toeltl

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