Landsgemeinde in St. Margrethen

Nachdem die Bürger das Budget 2021 und den geplanten Steuerfuss bachab geschickt haben, fand gestern Abend eine ausserordentliche Bürgerversammlung statt. Doch diese Versammlung wurde während der Corona-Zeit nicht einfach via Video-Botschaft oder in Form eines digitalen Meetings abgehalten, nein sie wurde als Landsgemeinde unter freiem Himmel durchgeführt. Ein spannendes Novum sondergleichen.

Eine halbe Stunde vor der Landsgemeinde in der Rheinau

Es war beeindruckend. Bei schönstem Wetter betrat man den Sportplatz in der Rheinau, wurde freundlich empfangen und sehr gut organisiert zu seinem Platz gewiesen. Man merkte den Menschen an dass diese Bürgerversammlung etwas Spezielles war. Trotz Corona und dank der perfekt umgesetzten Vorsichtsmassnahmen wurde die erste Landsgemeinde in der Geschichte St. Margrethens ein eindrückliches und wohl in Erinnerung bleibendes Erlebnis.

Viele Bürger von St. Margrethen kennen mich als kritischen und manchmal unangenehmen Menschen wenn es in der Sache um St. Margrethen geht. Doch ich schreibe den heutigen Blog nicht um etwas zu kritisieren. Genauso schreibe ich auch wenn es etwas Positives zu berichten gibt. Und der gestrige Anlass ist die nachfolgenden Zeilen wert.

Kurz gesagt, die gestrige Bürgerversammlung unter freiem Himmel war perfekt. Die Organisation war tadellos, die Corona Vorschriften wurden optimal umgesetzt, und die Akustik zwischen Eisenbahn und Autobahn (ohne Schallschutzwände) war sehr gut verständlich. Trotz der erschwerten Bedingungen war es gelungen das Optimalste zu ermöglichen.

Beeindruckt war ich auch von unserem Gemeindepräsidenten Reto Friedauer. In meinem Leben habe ich schon viele Redner, Chefs und Vortragende erlebt. Doch Reto war gestern wirklich souverän und sehr gut vorbereitet. Vielleicht war es nur mein Eindruck, jedoch denke ich dass Reto die Ablehnung des Budgets vor ein paar Wochen wirklich ernst genommen hat, und nun alles daran setzen wird zukünftige Investitionen mehr zu hinterfragen. Der Puls der Bürger wurde gefühlt und die gemachten Versprechungen gestern an der Landsgemeinde werden sicher in die Tat umgesetzt. Im Herbst dieses Jahres werden wir dann hoffentlich die ersten Resultate sehen.

Die gestrige Landsgemeinde hat gezeigt dass in St. Margrethen vieles möglich ist, – wenn man nur will. Die Bürger haben etwas bewegt indem sie ihr demokratisches Recht, abzustimmen und zu wählen, genutzt haben. Die Bürger sind das Volk und sie können sagen wo es lang geht, – wenn sie nur wollen. Die Behörden sind von uns bezahlt und wir sind deren Auftraggeber. Wenn Behörden oder Behördenmitglieder nicht das machen, wofür sie gewählt wurden, dann kann es genau so kommen, dass z.B. eben ein Budget abgelehnt wird.

Vielleicht war die gestrige Bürgerversammlung sowas wie ein Neuanfang in der Zusammenarbeit zwischen den Bürgern und der Gemeindeverwaltung. Ich möchte dem Gemeindepräsidenten Reto Friedauer und dem Gemeinderat, wie auch all den Helfern und Stimmenzählern danken, dass sie diese wohl einmalige Gelegenheit ermöglicht haben, eine Landsgemeinde durchzuführen und damit neue Impulse zu setzen.

Marcel Toeltl

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