Einheitsgemeinde St. Margrethen

Sie wollen Errungenschaften verschenken, zu denen sie nichts beigetragen haben. Unsere demokratische Einflussnahme wird massiv geschwächt zu Gunsten einer eingeschworenen Führungsriege in unserem Dorf.

Oder wie erklärt es sich, dass man Kommissionen und Mandate abbaut, obwohl angeblich beide Ratspräsidenten und die Räte mehr arbeiten als ihr Job vorgibt? Waren die bisherigen Kommissionen und Mandate nur eine Last, weil sie vielleicht nicht immer gleicher Meinung sind?

Die bisherigen Strukturen in der politischen Gemeinde und der Schulgemeinde sind ein Garant dafür, dass demokratisch entschieden und gehandelt wird. Durch die Zusammenlegung, Verdichtung und Konzentration der gleichgepolten Führungsstrukturen verlieren wir Bürger an Einflussnahme. Wir können unsere Anliegen und Einwände nur noch an einem einzigen Ort anbringen. Und wenn diese Einflugschneise parteiisch oder ungewillt ist, war’s das.

Das (finanzielle) Experiment Einheitsgemeinde ist zur Zeit überhaupt nicht nötig. Insbesondere auch darum, weil wir keine Ahnung haben, was die Zukunft bringt und wie es um unsere Finanzen gestellt sein wird. Gerade haben wir noch dem Umbau des Altersheims Fahr zugestimmt, und schon erfahren wir, dass man sich verschätzt hat und ein referendumspflichtiger Zusatzkredit von Nöten ist.

Ich wage gar nicht daran zu denken, welche Kosten und Folgekosten noch mit der millionenteuren Passerelle Altfeld auf uns zukommen werden.

Mit den bewährten Gemeindestrukturen konnten wir bisher steuernd und kontrollierend (bisher je eine Geschäftsprüfungskommission) Einfluss nehmen. Durch die Streichung von Kommissionen und Mandatsträgern koppelt sich die Gemeinde von den Bürgern ab. Wie abgehoben und bürgerfern zentralistisch geführte Orte, Länder und insbesondere die EU handeln, kennen wir bereits.

Jeder kann sich die Frage selber stellen, ob er gewillt ist, sich zu unterwerfen und direkte Demokratie durch betreute Demokratie ersetzt haben will. Es wäre sicher ratsam, gerade in unruhigen Zeiten, dass wir das Ruder fest in der Hand halten, und den Status Quo belassen.

Marcel Toeltl

Sind wir bald klein St. Balkan?

Ja, unser Dorf entwickelt sich prächtig. – Nur nicht in die richtige Richtung.

Wir wohnen an der Hauptstrasse. Diese ist gut befahren und quasi das Einfallstor in die Ostschweiz.

Gestern kam ich von der Arbeit heim und dachte ich sei irgendwo im Balkan gelandet. Da hat jemand auf der anderen Strassenseite wohl die +-Taste der Lautstärkeregelung seiner Musikanlage entdeckt. Seit über einer Stunde dröhnt balkanesischer Sound aus der offenen Gartensitzplatztüre. Der Sound ist dermassen laut, dass man ihn trotz vorbeifahrender Autos und dröhnenden Motorrädern wahrnimmt. Sogar hinter unserem Haus vernimmt man die lärmende Musik.

Ich könnte ja die Polizei rufen. Doch diese wird mich wieder auf das nicht existierende Lärmreglement verweisen, – oder einfach nicht fürs Rechte schauen.

Also bleibt es wie es ist. Unser Dorf mit ca. 50% Ausländeranteil, davon ein Grossteil aus dem Balkan stammend, gedeiht weiterhin und mögliche Neuzuzüger, welche sich für eine Wohnung oder Haus in unserem Dorf interessieren, machen bei solchem fremden Lärm rechtsumkehrt. Und nicht nur das, sie werden auch Interessantes über unser Dorf weiter erzählen.

Wenn der Fokus der Gemeinde nur auf das Wachstum der Industrie, und einer Verschmelzung der politischen Gemeinde und der Schulgemeinde liegt, um einfacher und störungsfreier zu handeln, entstehen eben unerwünschte Tatsachen. In anderen Städten haben sich bekanntermassen NoGo-Zonen breit gemacht, in die nicht mal mehr die Polizei geht.

Jeder Wohneigentümer kann sich da Gedanken darüber machen, wie es sich mit dem Wert seiner Liegenschaft entwickelt, wenn niemand mehr Interesse an dieser hat. Verliert unser Dorf noch mehr an Attraktivität für Bürger und heimatlichem Wohlgefühl, verlieren auch die Grundstücke und Liegenschaften an Wert.

Unser Dorf ist für Immobilien-Investoren kaum interessant, da das Risiko eines Verlustes zu hoch ist. Banken haben dazu Auswertungen gemacht.

Nicht alles was in der Theorie der Ökonomie funktioniert, tut dies auch in der komplexen gesellschaftlichen Entwicklung. Erst recht nicht, wenn die Theorien für unsere Gesellschaft entwickelt und gelehrt wurden, diese jedoch durch allerlei fremde Kulturen verdrängt wird.

Marcel Toeltl